Zwar galt der 1953/54 durch Umbau in ein Hotel verwandelte Grüne Baum nach der Schließung der beiden Traditions-Hotels "Bären" und "Königin Olga" als erstes Haus am Platz, in welchem viel nationale und internationale Prominenz, Bühnen- und Gesangsstars zumal, abstiegen. Aber dies hinderte den zum Hotelier avancierten Christian Schmid keineswegs, sein Haus so zu führen, wie es ihm beliebte. Und da trat bei ihm zuweilen halt doch hin und wieder die raue Brauerseele zutage, womit er in einem besonderen Fall Aalen zu zweifel-haften Ruhm verhalf. Als Ende der 50-er Jahre damals Deutschlands bekanntester Entertainer und Fernsehtalkmaster Peter Frankenfeld in Aalen gastierte und spät abends von der Stadthalle in den Grünen Baum zurückkehrte, lehnte er sich auf-geräumt an die Theke und verlangte ein Pils.


Das Hotel Grüner Baum kurz bevor hier der "Wiener Wald" einzog.

Christian Schmid bat darauf den prominenten Gast, am Tisch Platz zu nehmen. Denn in seinem Hotel werde nur dort bedient. "Ein schlechter Witz" staunte Peter Frankenfeld und entgegnete: "Wissen Sie nicht, wer ich bin? Peter Frankenfeld! Und jetzt?" "Ist mir völlig schnuppe, wer Sie sind. In meinem Lokal bestimme ich. Verlassen Sie auf der Stelle das Haus!"
Frankenfeld nahm den hochkantigen Rausschmiss relativ gelassen, ließ danach aber keine Gelegenheit aus, über die Behandlung von Gästen in einem schwäbischen Städtchen zu frotzeln.
Doch der Ausrutscher im Fall Frankenfeld war eine Ausnahme. Um das Wohl der Gäste kümmerten sich nämlich zwei Oberkellner alter Schule - stets höflich, korrekt und äußerst aufmerksam trugen sie zum guten Ruf des Grünen Baum bei. Hugo Herrmann, der zuvor im Hotel "Kronprinzen" tätig war und später gegenüber vom Hirschbachfreibad ein eigenes Café eröffnete, und Hermann Himmel, der nach Aufgabe des Grünen Baum noch lange im Hotel "Reichspost" beim Bahnhof Servicedienste leistete.
Ehe der Oberkellner Hermann nach Aalen kam, war er in seinem Beruf weit herumgekommen. In Berlin stand er unter anderem in Diensten von Gustav Stresemann, der in der Weimarer Republik Reichskanzler und Außenminister war.
Bis 1967 führte Chr. Schmid das Hotel in eigener Regie. Ein Jahr später verpachtete er es an die legendäre "Wiener-Wald-Kette", die gleichfalls viele prominente Gäste anzog. Natürlich auch den Begründer Friedrich Jahn, der freilich später sein Lebenswerk, ein internationales Hotel-Imperium samt einer eigenen Fluggesellschaft zerrinnen sehen musste, sich aber bis zu seinem Tod immer wieder aufraffte, um einen Neuanfang zu wagen. 1976 stellte dann Christian Schmid sein Grünbaum-Areal an der Bahnhofstraße für den Neubau der Kreissparkasse zur Verfügung.


Zurück zur Startseite


www.gruenbaum-brauerei.de